Jahreskonzert des MGV Braunsrath:Brillanter Chorgesang in allen Facetten

Das war eine eindrückliche Werbung für den Chorgesang, die dem Männergesangverein Cäcilia 1877 Braunsrath unter der Leitung von Jos Vanhommerig in der Festhalle beim Jahreskonzert gelungen ist.
Unter dem Motto „Klassik, Moderne, Musical" präsentierten Dirigent, Solisten, Sänger, Musiker und ein extra gebildeter Projektchor ein beeindruckendes und abwechslungsreiches Konzertprogramm.
Die Vorträge des Männerchores überzeugten sowohl mit Klangfülle als auch durch die Vielschichtigkeit eines gefühlvollen Gesanges, die Solovorträge sprühten nur so von Temperament, Lebensfreude und Optimismus. Mit dem gebotenen anspruchsvollen und abwechslungsreichen Liedgut konnte das aufmerksame Publikum in der Braunsrather Festhalle den Chorgesang in seinen verschiedensten Facetten genießen. Der belgische Pianist Gerard Westphal erwies sich wieder einmal mehr als Glücksgriff, begleitete er nicht nur Chor und Solisten, sondern er setzte auch immer wieder interpretatorische Akzente.
In bewährter Weise moderierte Franz Grefen das Konzertprogramm. Zum Auftakt sang der Männerchor das Lied „Festliche Klänge" aus der Wassermusik von Georg Friedrich Händel. Unterstützt wurde er dabei von einem Bläserensemble des Musikcorps Braunsrath, das der festlichen Eröffnung den blasmusikalischen Glanz verlieh. Klangstark dann der Chor der Gefangenen aus Beethovens Oper Fidelio mit Soli von Ralf Wellens (Tenor) und Arnold Schmitz (Bariton).
Es ist mittlerweile beim MGV Braunsrath eine schöne Tradition, für besondere Ereignisse einen Projektchor zu bilden. Bestanden in der Vergangenheit diese Chöre „nur" aus Männern, stellten in diesem Jahr erstmals die Damen den Hauptanteil an Gesangsstimmen. Und das gleich mit Josef Haydns stimmgewaltigem Chorsatz „Die Himmel erzählen" mit Sara Philippen (Sopran), Arnold Schmitz (Bariton) und Ralf Wellens (Tenor). Trotz der übermächtigen Frauenstimmen war das eine absolut gelungene Premiere, das aber auch dank der hervorragenden Solostimmen. Mit klarer, ausdrucksstarker Stimme stellte sich Sopranistin Sara Philippen solistisch mit Giacomo Puccinis „Quando men vo soletta" aus La Boheme vor. Danach sang sie im Duett mit Arnold Schmitz W.A. Mozarts Don Giovanni „Reich mir die Hand, mein Leben". Eine überzeugende und beeindruckende musikalische Leistung, und dazu eine Paraderolle für die Beiden; Gänsehautfeeling pur!
Danach sang der Männerchor zwei A-cappella-Lieder, „Liebeslied für Lu" und „Blauer Mond". In die wohlverdiente Pause ging es flott mit „Rock my soul".
Mit einem Abstecher in die englische Chorliteratur „The miller of Dee" begann der Chor den zweiten Teil des Konzertes, um danach Sara Philippen mit dem einfühlsamen Lied „Drink to me only with thine eyes" zu hören. Ein gesangliches Glanzlicht setzte Arnold Schmitz noch einmal mit dem Solo „In mir klingt ein Lied", sehr einfühlsam vom Chor begleitet, kontrastreich und mit einem Höchstmaß an dynamischer und rhythmischer Flexibilität dargeboten.
Dann wurde der Zug zum zeitgenössischen Liedgut deutlicher. Der Projektchor kam auf die Bühne. Mit dem Song von Simon & Garfunkel „Homeward bound" sang sich der gemischte Chor sofort in die Herzen der Zuhörer. Darauf folgten das „Stand by me" und der berühmte aktuelle Titel von Adele, „Rolling in The Deep". Ein toller Auftritt des Projektchores 2019, der auch unter der Leitung von Dirigent Jos Vanhommerig stand. Für die Zukunft kann man nur hoffen, dass diese liebgewordene Tradition im MGV Braunsrath mit einem Projektchor 2020 ihre Fortsetzung findet.
Mit dem Lied der Münchner Freiheit „Solang man Träume noch leben kann" und mit dem Phil-Collins-Song „Dir gehört mein Herz" war man endgültig im Bereich der Unterhaltungsmusik angekommen. Sara Philippen sang „Not while I´m around" (Sweeney Todd), und danach erklang aus Les Miserables der Freiheitssong „Das Lied des Volkes".
Der starke Schlussapplaus, der allen Mitwirkenden galt, beendete das vielseitige und facettenreiche Jahreskonzert des Männergesangvereins Cäcilia 1877 Braunsrath.
aus: Heinsberger Zeitung; von Utz Schäzle; 10.05.2019

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